1. Was ist Linux?
Man könnte jetzt einfach antworten: ein Betriebssystem. Doch um zu verstehen, was der Unterschied von Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu, Fedora, Archlinux - oder wie sie immer heißen - ist, muss man zunächst ein wenig verstehen, wie ein Computer arbeitet. Keine Panik, es wird jetzt nicht übertrieben technisch.
Damit ein Computer arbeiten kann, benötigt er zumindest ein Stück Software, welche die Hardware (Prozessor, Speicher, Festplatte, Schnittstellen) verwaltet und nutzbar für Programme macht. Dieses Stück nennt man den Betriebssystemkern oder Kernel. Wenn Du einen Brief geschrieben hast und speicherst ihn ab, so kümmert sich nicht das Textprogramm sondern der Kernel darum, wie die Daten auf die Festplatte geschrieben werden.
Zu einem Betriebssystem gehört aber mehr als der Kernel, denn der Anwender möchte ja Texte eingeben oder Musik abspielen oder, oder, oder. Also benötigt man sozusagen um den Kernel herum Programme, mit denen man die gewünschten Aufgaben erledigen kann. Dieses "Komplettpaket" nennt man dann Betriebssystem. Was das "Komplettpaket" beinhaltet, wird vom Hersteller des Betriebssystems bestimmt und richtet sich nach Art der Anwendung. Eine Telefonanlage benötigt z.B. kein Programm zum Anzeigen von Bildern dafür aber die Möglichkeit der Programmierung.
Es kann also mehrere Betriebssysteme mit ein und demselben Betriebssystemkern geben. Und genau das ist bei Linux sehr ausgeprägt. Man nennt die unterschiedlichen Linux-Betriebssysteme Distributionen. Der Kern ist bei allen gleich. Nur das "Rundherum" ist anders. Je nach Anwendungszweck und Geschmack. Letzteres sieht man deutlich, wenn man beispielsweise Ubuntu, Kubuntu und Xubuntu vergleicht. Diese Distributionen unterscheiden sich im Großen und Ganzen in der Oberfläche also dem Erscheinungsbild.
Während die letztgenannten Distributionen auch über grafische Konfigurationswerkzeuge verfügen, verzichtet z.B. Archlinux gänzlich darauf und richtet sich somit mehr an Fortgeschrittene.
Fazit: Linux kann ganz unterschiedlich aussehen, obwohl der Kern gleich ist.
2. Wer stellt Linux her?
Linux wird nicht von einer Firma hergestellt sondern von Programmierern (meist freiwillig und ohne kommerzielle Gedanken) weltweit weiterentwickelt. Jeder, der die Fähigkeiten dazu hat, kann daran mitarbeiten. Dabei muss man nicht unbedingt Programmierer sein. Es werden z.B. auch Übersetzer benötigt, um die Programme mehrsprachig gestalten zu können. Auch das Finden und Dokumentieren von Programmfehlern ist bereits eine große Hilfe.
Alle Beteiligten fasst man mit dem Begriff Gemeinschaft oder Community zusammen. Es gibt zahlreiche Foren in denen sich die Linux-Gemeinschaft über das Internet austauscht und die Entwicklung des Kernels und dem "Rundherum" vorantreibt. Programmierfehler oder Sicherheitslücken können so innerhalb kürzester Zeit behoben werden.
3. Was kostet Linux, wo kann man es beziehen?
Die meisten Linux-Distributionen sind kostenfrei über das Internet zu beziehen. Meist lädt man sich ein CD- oder DVD-Image herunter und brennt dieses auf CD/DVD.
Beispiele: Ubuntu, Fedora, Debian, Archlinux
Es gibt aber auch kostenpflichtige kommerzielle Distributionen wie z.B. Red Hat Enterprise Linux mit professionellem Support und Schulungsangeboten. Diese Distributionen richten sich eher an Geschäftskunden.
4. Warum Linux?
Gegenfrage: Warum nicht?
Mal im Ernst: Linux ist ein stabiles und sicheres Betriebssystem. Die Vielfalt der Distributionen lässt kaum Wünsche offen. Wir haben bisher meherere PCs und Notebooks erfolgreich mit Linux ausgestattet. Selbstverständlich hat man als Anfänger so seine Schwierigkeiten. Aber die Gemeinschaft ist groß und jeder hilft jeden. Beschäftigt man sich intensiver mit Linux und schaut sozusagen "unter die Haube", erkennt man schnell die grenzenlosen Möglichkeiten dieses Betriebssystems und würde es nie gegen ein anderes System tauschen wollen.
Einmal Linux - Immer Linux!